Das stärkste Argument für das bedingungslose Grundeinkommen

"Angesichts der Möglichkeiten, das BGE praktisch risikofrei einzuführen, ist es wahrscheinlich, dass es sich bei den immer wieder als Totschlagargument angeführten empirischen Bedenken um eine Rationalisierung handelt."
von Adriano Mannino Es fällt schwer, das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) an sich für eine schlechte Idee zu halten. Schliesslich würde es allen Individuen in allen Lebensphasen mehr reale Freiheit und Selbstbestimmung verschaffen. So wird das BGE denn auch oft als “schöne”, gar als ”utopische” Idee charakterisiert. Dieses ethische Pro-Argument lässt sich nur dann übertrumpfen, wenn man (zweifelhaften) Contra-Argumenten wie z.B. der “Leistungs-” oder “Transaktionsgerechtigkeit” äusserst hohes Gewicht beimisst. Wenn wir konkret nach dem stärksten Argument für das BGE suchen, suchen wir also nach einem Argument, das die praktischen Umsetzungsbedenken ausräumen kann, ohne allzu detailliert angeben zu müssen, wie die Umsetzung institutionell ausgestaltet sein soll. Dieses Argument gibt es: Umsetzungsbedenken bzw. -risiken können wir auf ein vernachlässigbares Niveau minimieren, indem wir graduell vorgehen. Wir könnten – wie der HSG-Emeritus Peter Ulrich ausführt – zunächst z.B. einige junge Jahrgänge mit einem BGE ausstatten und im Erfolgsfall graduell weitere hinzunehmen. Oder wir könnten die AHV, die bereits eine Art Grundeinkommenskasse ist, graduell erweitern (Leistungshöhe und berechtigte Jahrgänge). Oder – was vielleicht am sinnvollsten wäre – wir könnten allen ein zunächst auf wenige Jahre befristetes BGE auszahlen, die Resultate evaluieren und fortlaufend Anpassungen vornehmen. (Verschiedene Hypothesen zu entwerfen und zu testen – hier die verschiedenen Hypothesen bezüglich der praktischen Umsetzbarkeit – ist ein zentraler Bestandteil der Rationalität als Methode.)

http://giordano-bruno-stiftung.ch/blog/das-starkste-argument-fur-das-bedingungslose-grundeinkommen/

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