“Unconditional Basic Income “ – Diplomarbeit von Christian Tod, 2008

Unconditional Basic Income - Equity and Efficiency Considerations, with an Illustration
Using Austrian SILC Data (Diplomarbeit von Christian Tod am Institut für
Volkswirtschaftslehre, Johannes Kepler Universität Linz, 2008)

Die Absicht der Diplomarbeit war einerseits die Herleitung einer normativen Rechtfertigung,
andererseits die Analyse der ökonomischen Effekte einer Grundeinkommenspolitik im Lichte
der häufigsten Kritikpunkte zu diesem Vorschlag. Wie sich zeigt, ist eine
Grundeinkommenspolitik, genauer eine „Basic Income Flat Tax“ Politik, kompatibel mit
liberalen Theorien der Gerechtigkeit basierend auf Lockschen Prinzipien. Lockes Proviso,
„enough, and as good, left in common for others“ lässt keinen anderen Schluss zu, als die
Umverteilung von Einkommen von den Besitzenden an die Gemeinschaft als Ganzes.
Die Existenz von „Employment Rents“ und unfreiwilliger Arbeitslosigkeit rechtfertigen eine
Ausweitung des Begriffes der knappen Ressourcen von der externen Ressourcenausstattung
im engeren Sinn zu „Jobs as Assets“. Es kann gezeigt werden, dass eine
Grundeinkommenspolitik grundsätzlich in der Lage ist, bei gleichzeitiger Beibehaltung des
Beschäftigungsniveaus und der Bruttoeinkommen, die unfreiwillige Arbeitslosigkeit zu
reduzieren. Darüber hinaus lässt die Simulation der aggregierten Arbeitsangebotseffekte
vermuten, dass die zu erwartenden Auswirkungen eines mit einer Steuer- und Abgabenrate
von 50% ab dem ersten Euro Einkommen finanzierten bedingungslosen Grundeinkommens
gering sind. In der Simulation wird die Reduktion des Arbeitsangebots des oberen Quintils
der Einkommensverteilung durch das Ansteigen des Arbeitsangebots des unteren Quintils
nahezu kompensiert. Die Gründe hierfür liegen bei der Beseitigung der „Unemployment
Trap“, der Senkung der hohen effektiven Steuer- und Abgabenrate, der die benachteiligten
Personen, die „Least Advantaged“, in einem an Bedingungen geknüpften Sozialsystem
gegenüber stehen.
BezieherInnen geringer Einkommen zählen zu den GewinnerInnen einer (substantiellen)
Grundeinkommenspolitik. Allerdings sind die (freiwillig) Arbeitslosen schlechter gestellt, da
die Höhe eines bedingungslosen Grundeinkommens, selbst wenn es mit einer Steuer- und
Abgabenrate von 50% finanziert wird, unter der durchschnittlichen Höhe der gegenwärtigen
Arbeitslosenleistungen liegen würde. Ist der Übergang zu einem bedingungslosem
Sozialsystem abgeschlossen, ist jede selbst dafür verantwortlich, ihr Grundeinkommen im
Falle von Arbeitslosigkeit ihren Bedürfnissen entsprechend aufzustocken, sei es durch
freiwillige Selbstversicherung oder Pensionsvorsorge.
Der Autor hofft, dass seine Arbeit dabei hilft, ein tieferes Verständnis der ethischen und
ökonomischen Aspekte einer bedingungslosen Grundeinkommenspolitik zu schaffen, die, wie
er denkt, ein mächtiges Werkzeug für die ökonomischen und sozialen Herausforderungen des
21. Jahrhunderts sein kann.

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